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Wie können wir das Selbstverständliche wieder lieben lernen? Oder...

Warum ignorieren wir den Elefanten im Raum?

Ein Nachbericht über unseren Online-Dialog am 31. August 2026 zum Thema „Wasser“: Auf der Suche nach den Mechanismen, warum wir nicht und nicht reagieren – und einer ersten Idee.

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Was muß noch passieren?

Wasser ging uns hierzulande diesen Sommer alle an – zumindest in weiten Teilen Österreichs und Deutschlands. Und alle waren wir überrascht. Der Club of Rome hat in seinem Bericht schon 1972 davon gesprochen – und viele Wissenschaftler berichteten und berichten nach wie vor dasselbe, Tendenz steigend. Und immer noch sind wir überrascht von der Trockenheit. Und immer noch glauben wir, es war nur ein Ausnahmesommer – und Leben wird nächste Jahr wieder weitergehen, ohne dass wir grob etwas ändern brauchen.  

Was muss noch passieren, dass wir den Elefanten im Raum sehen?! – fragte ein Teilnehmer bei unserem Online-Dialog zum Thema „Wasser“. Wir fragten nach Empfindungen, Gedanken, Erlebnissen, Geschichten zum feuchten Nass – und seinem Ausbleiben. Was macht das Thema „Wasser“ aktuell mit dir? 

Was braucht es, damit wir hinschauen?

Wir in Österreich leben in einem der wasserreichsten Gegenden der Welt. Wir wähnten uns sicher. Wir glaubten: uns wird’s als allerletztes treffen – und machen weiter wie bisher.  

Für einen Teilnehmer war dieser Sommer ein „Weckruf“ – „zu blöd nur, dass Weckrufe immer 10 nach 12 läuten“, meinte er.  Und immer noch stehen wir nicht auf! 

„Ich fühl mich ertappt“, reagierte eine Dame sehr ehrlich.  

Ein anderer erzählte berührt von einer Reise zu der ökologischen Gemeinschaftssiedlung in Schloss Tempelhof in Baden-Württemberg – die 150 Menschen dort haben noch Wasser für eine Woche. Wie es dann weitergeht, wissen sie nicht.  

Wir suchten nach dem Mechanismus des Wegschauens? Warum schauen wir immer noch weg? Was braucht es, damit wir hinschauen? Eine Heerschaar an Psycholog:innen und psychologisch bewanderten Kommunikationsexpert:innen, um das Thema Klimawandel der Spezies Mensch näher zu bringen? 

„Veränderung passiert nur durch Berührung“, meinte eine Teilnehmerin, “weil Belehrung funktioniert nicht.”. Das heißt: wir müssen berühren. „Vor allem einmal uns selbst berühren lassen“, meinte eine andere.  

Was ich liebe, dafür sorge ich

Der Schutzwall gleicht stellenweise einer Trutzburg aus Beton. Ich habe meinen Artikel „als das Wasser ausblieb“(verlinkt) an viele Menschen geschickt, um über den persönlichen Bezug Aufmerksam auf das Thema und auf unsere Plattform wiewollenwirleben.at zu machen. Ich habe den Artikel sogar an die Menschen geschickt, die mit mir in Sachen Wassersparen und Wassernot diesen Sommer lokal im selben Boot saßen – an all meine Nachbarn. Ich habe angeregt, ein Dankes-Ritual für unsere Quelle zu machen, dass sie uns immer noch versorgt. Und es kam: NICHTS. Nichts von niemandem. Kein Daumen hoch, kein Daumen runter, kein Kommentar. Schweigen im Walde. 

Wir fragten: Warum? Welche Mechanismen sind hier zu Gange, dass wir nicht und nicht und immer noch nicht reagieren? Weil immer noch Wasser aus dem Wasserhahn läuft?  

Sind wir alle so abgestumpft? So verwöhnt? So gewöhnt daran, dass alles da ist – wie selbstverständlich? „Was ich liebe, dafür sorge ich. Liebe ist Fürsorge“, meinte ein Teilnehmer, „wo ist die Fürsorge für das Selbstverständliche in unserem Leben hingegangen?“.  

Wie können wir uns berühren lassen?

Apropos Wald – Borkenkäfers Schlaraffenland heuer. In unseren Alpen werden heuer noch besonders viele alte ehrwürdige Fichten fallen müssen wegen Wassermangel. Der Fichtenwald – auch wenn er eine von Menschenhand aufgeforstete Monokultur ist – so prägt er unsere verinnerlichtes Kulturbild. Traurig wanderte ich am Wochenende durch unseren Gebirgswald: Dieses Bild meiner Kindheit wird für immer verschwinden? Von Menschen zerstört – nicht durch eine Tragödie (don’t manipulate the narrative!!!!!).  

Wie gehen wir mit dem um, was uns nährt, fragen wir? Und wie können wir uns selbst von dieser Frage berühren lassen – und andere berühren?  Durch kämpfen und laute Empörung? Durch stilles „einfach sein“ – auch wenn niemand hinschaut und applaudiert? Vielleicht ist es das berührendste, jemanden bei einer ehrlichen stillen Geste der Liebe zu unserer Erde zu beobachten, ohne dass er weiß, dass er beobachtet wird. Und ganz pragmatisch gedacht: „Wenn wir etwas ändern wollen, dann müssen wir Verbündete finden, und alles so aufsetzen, dass es möglichst keine Widerstände triggert”, meinte ein Teilnehmer aus seiner Erfahrung im Gemeinderat. 

Unser nächster Online-Dialog findet am 12. Oktober 2026 um 19 Uhr statt. Das Thema wird noch bekanntgegeben. Wir werden wieder mit dem Format von „Mehr Demokratie e.v.“ arbeiten: „Sprechen & Zuhören“. Das einfachste und berührendste Prinzip der Welt. Schon immer.  

Anmeldung: dialog@wiewollenwirleben.at 

Der Schubs

Das Format “Sprechen und Zuhören” ist ebenso einfach wie wirksam. Gerade deshalb kannst du es auch leicht selbst anwenden – in deiner Familie, in der Nachbarschaft, im Ort, in der Arbeit … „Mehr Demokratie e.v.“ hat dazu einen Leitfaden verfasst. Probier’s aus und schreibe uns deine Erfahrungen im Kommentar.

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