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Ein Naturprinzip für extreme Wetterlagen:

Schwammstädte trotzen Starkregen und Hitze

Nach katastrophalen Ereignissen mit Starkregen sagten die Stadtverwaltungen von Kopenhagen oder dem bayerischen Pfaffenhofen an der Ilm nicht Schwamm drüber, sondern Schwamm drunter. Beide Kommunen gelten als Musterbeispiele für eine Schwammstadt. Eine Anregung, sich mit diesem naturnahen Prinzip auch in deinem Umfeld zu beschäftigen.

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Foto Venus Major auf Unsplash

Kopenhagen: Nach der Sintflut kam das Wassermanagement

Am 2. Juli 2011 brach die Sintflut über Kopenhagen herein. Der Wolkenbruch hatte katastrophale Folgen: Innerhalb von zwei Stunden stürzten mehr als 150 Millimeter Regenwasser nieder. In der Stadtmitte stieg das Hochwasser bis zu einem Meter. Die Schadenshöhe betrug rund 800 Millionen Euro.  Dieses Starkregenereignis führte dazu, dass die Stadt Kopenhagen das Cloudburst Management Plan in Auftrag gab, eine Strategie zur Klimaanpassung im Umfang von rund 1,5 Milliarden Euro. Der Plan stellt eines der weltweit fortschrittlichsten und umfassendsten städtischen Hochwassermanagementsysteme dar und kombiniert intelligente Wassertechnologie mit naturbasierter grüner Infrastruktur.

Rund 300 Einzelprojekte sind über die Einzugsgebiete der Stadt verteilt. Dazu gehören Starkregenboulevards, die überschüssiges Regenwasser entlang der Straßenoberflächen in Richtung Hafen leiten, Rückhalteparks und Grünflächen, die große Mengen Regenwasser vorübergehend speichern sollen, durchlässige Pflasterungen, die das Versickern des Wassers in den Boden ermöglichen, sowie Regengärten, die den Abfluss auf Nachbarschaftsebene filtern und verlangsamen. Die Tagesschau sowie das Magazin Forum haben interessante Beiträge gestaltet, wie sich der Plan seither ausgewirkt hat. 

In Deutschland gilt Pfaffenhofen an der Ilm als gutes Beispiel für eine klimaangepasste Stadt. Wie die die Stadt seit 2012 Maßnahmen gegen Starkregen, Trockenheit und Hitze kombiniert, zeigt dieser ARD-Bericht.

Das Konzept der Schwammstadt 

Das dahinter, besser darunter liegende Konzept nennt sich Schwammstadt. Es betrachtet Regenwasser als Ressource und liefert die Grundlage für einen möglichst schadlosen Umgang mit Starkregenereignissen. Bei geringen Niederschlägen wird Regenwasser oberflächennah gespeichert. Es verdunstet direkt von den benetzten Flächen oder steht den Pflanzen zur Verfügung. Bei mittleren Niederschlägen versickert zusätzlich ein Teil des Wassers in tiefere Bodenschichten und reichert das Grundwasser an. Erst bei Starkniederschlägen kommt es zusätzlich zum Oberflächenabfluss. Dieser wird in Abflusskorridoren gezielt abgeleitet. 

Mehr Lebensraum für Bäume

Manche kennen das Schwammstadt-Prinzip vielleicht aus Städten wie Wien, Graz, Zürich oder Basel, wo die Bedingungen für Lebensräume der Bäume verbessert werden. Dieses nennt sich Stockholmer Modell, das allerdings nicht identisch mit einer umfassenden Schwammstadt wie Kopenhagen (siehe Beschreibung oben). 

Das Konzept sieht vor, dem Baum unterhalb der befestigten Oberfläche in miteinander verbundenen Schotterkörpern mehr Lebensraum zu geben. Das Substrat unter der Oberfläche ist dabei namensgebend für das Konzept und funktioniert wie ein Schwamm. Splitt, vermischt mit Kompost und anderen Substanzen, bietet den Wurzeln genügend lockeren Untergrund, um sich darin auszubreiten. Gleichzeitig kann das Substrat in den kleinen Hohlräumen Wasser speichern, das dem Baum dadurch zur Verfügung steht und langsamer an die Umgebung und die Kanalisation abgegeben wird. Somit leistet das System einen Beitrag, um den Wasserabfluss bei Starkregen zu dämpfen. Mehr darüber auf dieser Website

Infosammlungen zur Schwammstadt

Schweiz

Die Infoplattform Schwammstadt setzt sich für ein klimaangepasstes Wassermanagement im Siedlungsgebiet ein. Auf der Website sind zahlreiche umgesetzte Projekte in der Schweiz mit detaillierten Erklärungen versammelt.  

Deutschland 

Viele praktische Beispiele mit Videos sind auf der Plattform Grün in die Stadt zu finden. Kommunale Entscheidende werden unterstützt, die für sie passenden Förderprogramme in Deutschland zu finden. 

Österreich

Wer einen guten Überblick über das Schwammstadt-Prinzip (Schwerpunkt Bäume), die Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, und realisierte Projekte in Österreich gewinnen will, besucht diese Website.  

Der Schubs

Schau’ dich in deinem näheren Umfeld um. Werden bereits Maßnahmen im Sinne der Schwammstädte umgesetzt? Wenn ja, wo und was genau, zum Beispiel im Bereich Regenwassernutzung oder Baumpflanzungen? Und wenn nicht: Wie könntest du dich engagieren, um etwa Projekte zur Entsiegelung voranzutreiben oder mehr Grünflächen, Blühwiesen, Bäume oder Gärten in Gang zu setzen? 

  • Schreib es uns an kontakt@wiewollenwirleben.at
  • Schreib es unten in den Kommentar.
  • Schick uns ein Video (maximal 2 Minuten)
  • Schick uns deine Zukunftsgeschichte, wie du leben möchtest und was du dafür schon erfolgreich ins Leben gerufen hast.
  • Oder erzähle es uns am Montag, 31.8.2026 um 19 Uhr, bei unserem Online-Dialog zum Thema „Wasser“. Anmeldung unter kontakt@wiewollenwirleben.at

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