Wir leben in einem der schönsten Länder Europas. Wir haben ein Dach über dem Kopf, gute Lebensmittel, ein Sozialsystem, das trägt, Reisefreiheit, Meinungsfreiheit, Wahlrecht, Sicherheit, Bildung, grüne Bäume, klare Bäche, saubere Luft….
Vieles davon ist nicht selbstverständlich. Und während wir uns an diese Privilegien gewöhnt haben, geraten andere aus dem Blick: andere Menschen, die Tiere, Ökosystem, ja sogar zukünftige Generationen. Denn das gute Leben, das wir kennen, ist verletzlich und gefährdet: durch politische Fehlentscheidungen, wirtschaftliche Interessen und mediale Verzerrung – und durch unser eigenes Verhalten. Doch das Einzige, was wir tun, ist: Motzen. Die Stimmung ist schlecht? Wir sind die Stimmung!
Vom Motzen zum Wünschen
Wir finden, wir haben genug geschimpft, genörgelt und uns empört. Dagegen sein ist leicht. FÜR etwas sein, ist schwieriger. Doch wofür sind wir eigentlich?
Nach dem 2. Weltkrieg gab es ein kollektives Ziel: Wiederaufbau – und unseren Kindern sollte es besser gehen als uns. Das war über Jahrzehnte ein emotional fest verankertes Ziel in unserer Volksseele. Doch im Grunde wurde es seitdem nie durch eine neue Version ersetzt. Deshalb läuft das alte „größer, besser, mehr“-Programm weiter, obwohl es längst niemandem mehr dient.
Zum Beginn unseres Projektes haben wir deshalb Menschen befragt, was für sie ein gutes Leben ausmacht. Ganz oben stehen die körperliche, geistige und seelische Gesundheit, die Zufriedenheit mit sich selbst, einen Sinn im Leben zu finden, finanziell abgesichert zu sein, in Freiheit, friedvoll und angstfrei zu leben, sozial gut eingebunden zu sein, für das Gute, Wahre, Schöne einzustehen. Doch was tun wir wirklich dafür?
Deshalb fragen wir („wir“ verlinkt auf das Team): Wie kann eine Gesellschaft eine neue Vision entwickeln? Eine, die nicht von oben vorgegeben wird? Und wie entsteht ein Zielbild, das alle freiwillig mittragen?
Die Antwort ist eine Frage. Und gleichzeitig der Name des Projektes:
Wie wollen wir leben?
Eine schlichte Frage. So schlicht, dass man leicht über sie hinwegliest. Und doch eine, die alles in Bewegung setzen kann. Nicht laut, nicht schrill, nicht neu. Dafür sinnvoll, zukunftsrelevant, gemeinschaftsbildend und visionsstiftend. Eine Wunderfrage.
Denn nach eineinhalb Jahren gemeinsamen Forschens, Nachdenkens, Hinterfragens, wieder Verwerfens und Wiederauferstehens, sind wir überzeugt, dass diese simple Frage das Potenzial hat, uns kollektiv in die Zukunft zu führen. Nicht: Wie werden wir leben? Sondern: Wie wollen wir leben? Im Sinne einer wünschenswerten Zukunft für alle.
Magische Babuschka
Schnell war klar, diese simple Frage hat es in sich. Je nachdem, welches Wort man betont, öffnet sich ein neuer Denkraum – wie bei einer Babuschka-Puppe, in der immer noch eine weitere Puppe steckt.
- WIE wollen wir leben? (wie verlinkt auf wie-TExt)
- Wie WOLLEN wir leben? („Wollen“ verlinkt auf Wollen-Text)
- Wie wollen WIR leben? („Wir“ verlinkt auf WIR-Text))
- Wie wollen wir LEBEN („Leben“ verlinkt auf LEBEN-Text
Diese 4 Fragen bilden das Fundament des Projekts.