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Das gute Leben [Philosophien vom guten Leben, Teil 5]

Caritas, oder Das gute Leben als mitfühlendes Leben

Alle Menschen sind gleich, jede Seele wiegt gleich viel. Wir sollten Nächstenliebe üben

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Der Zimmermann aus Nazareth fand eine ganz ähnliche gesellschaftliche Situation vor wie 400 Jahre zuvor Platon. Diese ganze Gewalt und Willkür, die er sah, widerte ihn an. Er begann über eine bessere Welt nachzudenken und schließlich von ihr zu reden. Die Menschen hörten ihm zu und sie stimmten ihm zu, zumindest soweit sie zu den Unterdrückten gehörten. Die Botschaft von Jesus war revolutionär, etwas, das man bis dato noch nicht gehört hatte: alle Menschen sind gleich! Er rief den Unterdrückten zu: „Ihr seid das Salz der Erde [und] das Licht der Welt.“

Jesus stieg auf einen Berg und sprach zu den Leuten: „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“

Barmherzigkeit! Dies ist der Schlüssel zum guten Leben des Christentums, jener Glaubensgemeinschaft, die aus den Predigten von Jesus hervorgegangen ist. „Die Botschaft: wir sind füreinander da, sollten einander gut sein und dem Mitmenschen helfen, wenn er in Not ist. Würden alle so denken und danach handeln, so wäre das ein gutes Leben. Die Welt wäre für alle ein auswattierter Raum, wo man, wenn man fällt, nicht hart fällt und gewiss aufgehoben wird. Es gelte, den nächsten so zu lieben wie sich selbst. Caritas, die Nächstenliebe, welche den Kern der christlichen Ethik darstellt, wäre deshalb zwingend erforderlich, weil alle Seelen vor Gott gleich schwer wiegen, wie es in der Bibel heißt. Eine jede Seele wird beurteilt und gerichtet, unabhängig vom Stand auf Erden.

Eine unfassbare und gewaltige Botschaft zur damaligen Zeit. Die Griechen und Römer hatten wahrlich andere ethische Vorstellungen. Alles, was stark oder schön oder klug war, war bewundernswert und hierarchisch oben anzusiedeln. Und plötzlich sollte man das Schwache schützen und den Strauchelnden stützen? Welch neue Idee!

Heute sind wir rund 2000 Jahre lang mit der Caritas vertraut und der Gleichheitsgedanke hat auch in Form des Kommunismus und des Sozialismus seine politische Prüfung abgelegt. Orwell zeigte in seiner „Farm der Tiere“, dass manche offenbar doch immer gleicher sein wollen. Wir Menschen scheitern mitunter an Gleichheit und Caritas, als ethische Prinzipien haben sie deshalb aber nicht ausgedient.

siehe auch: Warum es uns so schlecht geht, obwohl es uns so gut geht (Orac), Harald Koisser
Bild von falco auf Pixabay

Und was meinst Du?

Würdest Du sagen, dass Du ein mitfühlendes, karitatives Leben führst?

Ist es lohnend zu geben? Führt Caritas zum guten Leben für alle?

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Du kannst im Kasten „Philosophie“ noch mehr Philosophien des guten Lebens kennenlernen. 

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